EUER ORTSBÜRGERMEISTER INFORMIERT

Schriftzug Winden in Großbuchstaben durch die man ein Foto der Fachwerkhäuser sieht.

Der KIRCHWEG in Winden

Infolge des Ausbaus des Kirchwegs wird immer wieder die Frage gestellt, woher der Name „Kirchweg“ stammt, zumal unsere Kirche am anderen Ende des Dorfes liegt. Hier ein historischer Deutungsversuch:

Das Gebiet ab dem heutigen Wollenschlägerplätzel bis zum östlichen Ortsausgang Richtung Kandel wurde im Häuserbuch der Gemeinde Winden 1760 als „links des Kandeler Weges“ bezeichnet. Der Name „Kirchweg“ existierte damals nicht. Das Kloster Heilsbruck und damit die Katholische Kirche war bis zur französischen Revolution einer der größten Grundbesitzer in Winden, auch wenn der Kirchenbesitz nach der Auflösung des Klosters ab 1565 mit Genehmigung des Papstes dem Heidelberger Kurfürsten unterstand.

Am 2. November 1789 fasste die französische Nationalversammlung den Beschluss, Land und Immobilien der katholischen Kirche zu versteigern. Dies war eine massive Enteignung der Kirche. Hintergrund war, dass Frankreich durch die Revolution in eine Finanzkrise stürzte. Man erhoffte sich dadurch erhebliche Geldeinnahmen. Durch die Annexion unserer Heimat durch die Franzosen ab 1793 galt deren Recht nun auch in Winden. Daraufhin wurde 1798 der Besitz des Klosters Heilsbruck in Landau versteigert. Windener Einwohner erwarben diese Grundstücke, die bis heute einen Teil ihres Grundbesitzes für ihre Nachfahren ausmachen. Man war damals zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz – nämlich in Landau bei der Versteigerung mit dem entsprechenden Kapital. Das war in den Nachbargemeinden wie z.B. Minfeld ähnlich, dort kamen noch erhebliche Ländereien des Deutschherrenordens dazu.

Und was hat das alles mit dem Kirchweg zu tun? In dem Gebiet zwischen dem heutigen Wollenschlägerplätzel und dem östlichen Ortsausgang hatte das Kloster, also die Kirche, den größten Grundbesitz von ca. 23 Hektar. Der Weg Richtung Minfeld/Kandel ging daher über Kirchengrundstücke. Daher kam sehr wahrscheinlich die Bezeichnung „Kirchweg“.

Da der historische Ursprung des Namens in der heutigen Zeit schwer zu vermitteln ist und weder mit der Dorfkirche noch mit Winden in engen Zusammenhang steht, wäre es angebracht, über einen neuen Namen nachzudenken, zumal die Bezeichnung nichtansässige auch geographisch eher in die „Irre“ führt.

Was liegt näher, als an einen Straßennamen wie z.B. „In oder An den Bahngärten“ zu denken? Bei dieser Bezeichnung weiß jeder sofort, wo der Weg liegt und warum er so heißt. Es wäre auch eine schöne Reminiszenz an die Bahnfamilien, die viele Jahre liebevoll die Gärten gepflegt und auch Ihre Familien durch sie ernährt haben.

Der Gemeinderat wird sich damit in seiner Februar-Sitzung befassen.

Quellenangaben:

  • Esser, W.: Das Dorf in den Weiden. 2006.
  • Remling, F.X.: Urkundliche Geschichte des Klosters Heilsbruck. 1832
  • Stamer, L.: Kirchengeschichte der Pfalz.1964
  • Häuserbuch des Dorffs Winden samt Beschreibung deren Gärten 1760, Winden.

Wappen Winden mit goldenem Löwe und Rauten blau
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