Die Dorfbäckerei
Über einen Zeitraum von vier Familien-Generationen wurde in der Hauptstraße 46 eine Bäckerei geführt.
- Im Jahr 1867 eröffnete der Bäckermeister Ludwig Zimmer den Betrieb.
- Sein Sohn Eugen übernahm das Geschäft 1906 und erweiterte das Angebot u.a. um Lebkuchen und Konditoreiware, denn während seiner Wanderjahre hatte er auch in Nürnberg Station gemacht. Die örtliche Bahnstation ermöglichte es damals, diese Spezialitäten in großen Holzkisten auch weit über die Region hinaus auszuliefern.
- In dritter Generation wurde dessen Sohn Richard ebenfalls Bäckermeister und übernahm das Geschäft 1935. Da er als Soldat im Zweiten Weltkrieg 1944 in Rumänien starb, führte seine Frau Emma den Betrieb weiter. Die Notsituation nach Kriegsende führte dazu, dass mit einfachsten Zutaten gebacken werden musste – Mehl gab es bis zur Währungsreform 1948 nur gegen Bezugsmarken. Die Bauern konnten gegen die Ablieferung von zweieinhalb Pfund Mehl und einen kleinen „Backlohn“ ein Brot erhalten. Tauschwert von einem Pfund Weißmehl waren sechs Weck (=Brötchen).
- 1964 wurde die Bäckerei an Karl Duchmann übergeben – er war Emmas Schwiegersohn, und gemeinsam mit seiner Frau Elsa brannte der Backofen bis 1991. Vorab musste der ausgebildete Metzgermeister aber noch seinen zweiten Meistertitel im Bäckerhandwerk erwerben.
Noch bis 1996 wurden in den Räumlichkeiten Backwaren verkauft, allerdings „nur noch“ als Filialbetrieb einer Bäckerei aus Billigheim.
Die verwendeten Fotos stammen aus Privatbesitz – wir danken Fam. Duchmann für die zur Verfügung gestellten Informationen.
Die noch vorhandene Backstube kann nicht mehr besichtigt werden – die Eigentümer bitten darum, dies zu akzeptieren bzw. respektieren!



